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Das Schnittstellen-Chaos in der Informatik!
 
Artikel Inhalt
Nutzen Sie noch heute die Informationen in diesem Bericht!
Das Schnittstellen-Chaos, was ist das?
Wie kann EAI dieses Chaos lösen?
Wie die Europäische Union (EU) in ihren Sitzungen einfach vom EAI-Konzept profitieren könnte?
Und nun wie weiter?
Aktuell
Nutzen Sie noch heute die Informationen in diesem Bericht!
In der Informationsverarbeitung hat das Thema Systemintegration in den letzten Jahren sehr stark an Bedeutung gewonnen. Begriffe wie EAI (Enterprise Application Integration) werden als neue Technologien und Ansätze der Systemintegration gepriesen. Viele Experten sind der Meinung, dass EAI die Lösung aller existierenden Probleme sein wird, weil man mit Hilfe von EAI alle bekannten Integrationsprobleme leicht und einfach in den Griff bekommen kann. Die bestehenden Probleme werden sich quasi „in Luft auflösen“. Schön wär’s, aber leider müssen Sie auf dem Weg dorthin doch einiges beachten und tun.

Auch Sie sollten sich bereits heute mit diesem Thema beschäftigen. Dieser Bericht gibt Ihnen einen Überblick und ein Verständnis zum Einsatz von Integrationsplattformen in den heutigen Systemlandschaften. Mit diesem Verständnis werden Sie in der Lage sein, in Ihrem Unternehmen beim Thema Systemintegration entscheidend mitzuwirken. Nehmen Sie sich deshalb einige Minuten Zeit, um mit Hilfe der nachfolgenden Ausführungen Ihr Wissen zur Systemintegration zu aktualisieren.


Das Schnittstellen-Chaos, was ist das?
Viele mittlere und grosse Unternehmen setzen heute sehr oft mehrere verschiedene Informatik-Systeme verschiedenster Hersteller nebeneinander ein. Diese Systeme tauschen über Schnittstellen Daten miteinander aus. Weil die Systeme oft isoliert gewachsen sind, fand auch kaum eine Abstimmung zwischen den verschiedenen Anwendungen statt. Weiter wurden im klassischen Ansatz die Schnittstellen meist als Punkt-zu-Punkt-Verbindung (auch bekannt als Peer-to-Peer-Connection) zwischen zwei Systemen aufgebaut.

Als Konsequenz wurde jede einzelne Schnittstelle speziell den bestehenden Bedürfnissen angepasst. Dies führte in vielen Unternehmen zu einer wahren Flut an verschiedensten Schnittstellen. Die Firmen wissen heute oft nicht mehr, welche Schnittstellen überhaupt existieren, geschweige denn welche konkreten Daten in einer Schnittstelle ausgetauscht werden. Bei Ablösung eines Systems in dieser Systemlandschaft müssen viele Schnittstellen ersetzt werden. Es kann sogar passieren, dass Schnittstellen schlichtweg vergessen werden!

Sie denken, dass wäre übertrieben? Hier ein einfaches Rechenbeispiel:
Nehmen wir einen Konzern mit Niederlassungen in 4 Ländern. Jede dieser Niederlassungen ist eigenverantwortlich. Zur Abwicklung der Finanzen hat jede Firma ein eigenes Finanzsystem im Einsatz. Auf Konzernebene sollen die Finanzdaten konsolidiert werden. Das bedeutet, dass jede Länderniederlassung eine Schnittstelle zum Konzern aufgebaut hat. Bis jetzt ist alles noch sehr übersichtlich, es sind bloss 4 Schnittstellen.

Gehen wir nun einen Schritt weiter und nehmen an, dass die Niederlassungen auch Produkte verkaufen. Dann wird der Konzern mit grosser Wahrscheinlichkeit Auswertungen über Länder, Produktgruppen, etc. (der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt) verlangen. Damit haben wir mindestens weitere 4 Schnittstellen. Macht zusammen bereits 8.

Wenn wir jetzt noch annehmen, dass die Länderniederlassungen den Verkauf zum Teil über die Landesgrenzen hinaus koordinieren wollen und deshalb Verkaufsdaten untereinander austauschen, dann kämen nochmals bis zu 12 Schnittstellen hinzu. Damit hätten wir bereits ca. 20 Schnittstellen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Vielfalt der möglichen Verbindungen zwischen den verschiedenen Systemen.


Abbildung 1 - Das Schnittstellen-Chaos im Unternehmen

Bei Unternehmen, die mehrere Systeme mit verschiedensten Anwendungen im Einsatz haben, kommen so rasch einmal mehrere hundert(!) Schnittstellen zusammen. Glauben Sie mir, diese Zahl ist nicht übertrieben!

Dieses Zahlenspiel liesse sich beliebig weiterführen mit dem Resultat, dass schlussendlich alle Beteiligten den Überblick verloren haben. Dann steht dem Wildwuchs weiterer Schnittstellen nichts mehr im Weg. Wahrscheinlich werden Schnittstellen zum Teil sogar mehrfach (mindestens doppelt) aufgebaut, frei nach dem Motto: die linke Hand weiss nicht was die Rechte tut.

Und bis jetzt habe ich nur von firmeninternen Schnittstellen gesprochen. Das Problem existiert natürlich auch für Datenschnittstellen zu externen Stellen. Diese werden heute oft über EDI abgewickelt. Dazu hat man eigene EDI-Subsysteme in Einsatz, welche die entsprechenden Mappings (überführen der Struktur des Senderdokuments in die Struktur des Empfängerdokuments) durchführen. Oft werden sogar noch verschiedene EDI-Übertragungsstandards eingesetzt, was die Komplexität zusätzlich erhöht.


Wie kann EAI dieses Chaos lösen?
Mit diesem Hintergrund wurden deshalb in den letzten Jahren die Bemühungen nach Systemintegration (auch bekannt als Enterprise Application Integration) verstärkt. Neben der Vereinfachung der bestehenden internen Schnittstellenlandschaft (weg vom Chaos) hat EAI ein weiteres grosses Hauptpotenzial. Der Einsatz von EAI soll den Unternehmen einen business-zentrierten Ansatz ermöglichen (gegenüber dem heutigen daten-zentrierten Ansatz), der die Kollaboration mit internen und externen Kunden, Partnern und Lieferanten in den Mittelpunkt der Bemühungen stellt. Wenn sich ein Unternehmen nur auf die Integration der unternehmensinternen Anwendungen mittels EAI-Plattform konzentriert, dann bleibt das grosse EAI-Potential Kollaboration völlig ungenutzt.

Leider haben die angepriesenen Systeme die in sie gesetzten Erwartungen nicht immer erfüllt. Manchmal wurde das Problem sogar noch verstärkt, da die neuen „Integrations-Wunderwaffen“ die Anzahl der Schnittstellen erhöhten statt reduzierten.


Wie die Europäische Union (EU) in ihren Sitzungen einfach vom EAI-Konzept profitieren könnte?
Am besten lässt sich das Schnittstellen-Chaos an einem Beispiel erklären. Deshalb nachfolgend ein nicht 100% der Wirklichkeit entsprechendes Beispiel des täglichen Umgangs, um die Funktionsweise einer EAI-Integrationsplattform einfach zu erklären.

Nehmen wir als Basis eine Sitzung der EU-Aussenminister. Wo liegt denn nun das Problem bei dieser Sitzung? Die EU verfügt über eine grosse Ländervielfalt und damit auch Sprachenvielfalt. Die Sitzungsteilnehmer haben aber keine gemeinsame Sprache. Weiter wäre diese gemeinsame Sprache für die meisten sowieso eine Fremdsprache, was manchmal zu zusätzlichen Problemen führen kann.

Aus diesem Grund halten die EU-Aussenminister ihre Vorträge meist in der jeweiligen Muttersprache. Es gibt dann eine Vielzahl von Übersetzern, die diese Sprache in die jeweiligen Sprachen der anderen Sitzungsteilnehmer übersetzen. Nehmen wir nur 4 Teilnehmer mit unterschiedlichen Sprachen, dann brauchen wir 6 Übersetzer, um jede Sprache in jede andere Sprache zu übersetzen. Bei 5 Teilnehmern sind es bereits 10 Übersetzer.

EAI kann dieses Problem wie folgt lösen. Das EAI-System hat eine eigene Sprache, in der alle internen Funktionen ausgeführt werden. Nehmen wir für unser Sprachbeispiel als interne Sprache zBsp. Esperanto (damit haben wir auch eine Nicht-EU-Sprache). Jeder Teilnehmer hat jetzt nur noch einen Übersetzer, der die Sprache des Teilnehmers in Esperanto übersetzt und umgekehrt. Der Übersetzer ist die Schnittstelle zwischen dem Anwender (hier Aussenminister) und der Integrationsplattform (hier gemeinsame Sprache).

Das bedeutet, dass der Übersetzer des vortragenden Aussenministers dessen Vortrag in Esperanto übersetzt. Sobald nun eine Textstelle in Esperanto vorliegt, können alle anderen Übersetzer diesen Text in die entsprechende Sprache „ihres“ Aussenministers übersetzen. Damit haben wir eine 1:1-Beziehung zwischen Sitzungsteilnehmer und Übersetzer (sprich Schnittstelle). Bei 4 Sitzungsteilnehmern bräuchte man also nur noch 4 (statt 6) Übersetzer, bei 5 Sitzungsteilnehmern nur noch 5 (statt 10).

Gehen wir noch einen Schritt weiter und nehmen an, dass nicht alle Teilnehmer an jedem Vortrag interessiert sind. Im Vorfeld würde definiert, welcher Aussenminister an welchen Vorträgen interessiert ist. Diese Definitionen würden auf der Integrationsplattform abgelegt. Dadurch würden Vorträge nur noch in andere Sprachen übersetzt, wenn in der Integrationsplattform eine entsprechende Definition existiert.

Zugegeben, es ist bei einer Sitzung nicht in jedem Fall die beste Lösung einen Vortrag 2-mal zu übersetzen, bevor der Inhalt vom Referenten zu den Sitzungsteilnehmern gelangt. Aber mit diesem Beispiel soll nur die Funktionsweise einer Integrationsplattform vereinfacht erklärt werden.

Zum besseren Verständnis nochmals eine Gegenüberstellung der Schnittstellenvielfalt mit und ohne gemeinsame Sprache.


Abbildung 2 - Ohne gemeinsame Sprache haben wir 10 Übersetzer (siehe Anzahl Pfeile), um die Vorträge in die verschiedenen Sprachen zu übersetzen


Abbildung 3 -Mit einer gemeinsamen Sprache brauchen wir für dieselbe Teilnehmerzahl nur noch 5 Übersetzer


Und nun wie weiter?
An dieser Stelle haben Sie nun ein allgemeines Verständnis für das Schnittstellen-Chaos in der Informatik. Gleichzeitig wissen Sie auch, dass es Lösungen und Werkzeuge zu diesem Problem gibt.

Ich möchte Ihnen hierzu den Artikel „EAI Tool XI richtig eingesetzt“ empfehlen. In diesem Artikel wird ein Lösungsansatz auf Basis von XI, einer Integrationsplattform von SAP, beschrieben.


Aktuell
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Bernhard Troger
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